Benjamin Sertl

2020 war und ist immer noch ein einschneidendes Jahr für uns alle. Die Wichtigkeit von Solidarität und Zusammenhalt in einer demokratischen Gesellschaft sind vor allem durch die CoronaPandemie bekräftigt worden. Einige Menschen teilen diese Meinung nicht. So erleben wir seit einigen Monaten wieder vermehrt groteske Mythen, Verschwörungstheorien und antidemokratische Sinnbilder. Dies gilt es gemeinsam mit allen Mitteln der Rechtsstaatlichkeit zu bekämpfen. Doch es reicht nicht, solche (rechte) Hetze zu konsequent zu verfolgen und zu bestrafen, man muss sie aus den Köpfen der Menschen herausbekommen. Und das wird eine zentrale Aufgabe aller Demokratinnen und Demokraten – die Verhinderung einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft.

Auch 2021 wird meiner Meinung nach von der Corona-Pandemie und dessen Langzeitfolgen geprägt sein. Es wird sich herausstellen, ob wir die Klimakrise noch bewältigen können, wie dem Pflegenotstand endlich effektiv entgegengetreten wird und wie wir die digitalen Möglichkeiten noch besser nutzen können – und zwar bei der Möglichkeit zur Teilhabe aller!  Unter anderem dafür möchte ich gemeinsam mit euch allen kämpfen und auf Bundesebene unsere Grünen Ziele umsetzen. Mit dem kürzlich beschlossenen Grundsatzprogramm unserer Bundespartei im Hinterkopf können wir vieles erreichen. Deswegen bewerbe ich mich als Direktkandidat für den Wahlkreis 235. 

Ich stehe zwar für ein offenes und stets direktes Ansprechen von Defiziten, jedoch lässt sich gerade im Bundestag erkennen, dass viele Oppositionsparteien einzig und allein genau das tun. Jedoch liegt es in meiner Natur, auch selbst Vorschläge für Verbesserungen anzubringen. Und das gilt nicht nur für meine Politik, vielmehr ist es eine Lebenseinstellung. Dies ist auch ein Grund, wieso ich mich vor einigen Monaten für ein Amt im Bezirksvorstand Oberpfalz beworben habe: Es ist nicht richtig nur zu meckern, wenn dann muss man es kombinieren mit anpacken! Ich freue mich sehr und bedanke mich an dieser Stelle nochmal vielmals für Euer Vertrauen und die Wahl zum Schriftführer im BV.

Erst kürzlich wurde das Krankenhaus in Waldsassen geschlossen. Das Vohenstraußer folgte zugleich und die Stadt Eschenbach hat bereits seit 2012 kein Krankenhaus mehr. Nun wird uns „versprochen“, dass zumindest Kemnath und Tirschenreuth erhalten bleiben. Soll uns dieses Versprechen ruhigstellen? Sollen wir uns damit zufriedengeben? Ich denke nicht! Es kann nicht sein, dass die Politik im Rampenlicht zwar eine flächendeckende und gute gesundheitliche Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger fordert, dann aber am Ende zusieht, wie alles weiter privatisiert, konsolidiert und letztendlich schlechter wird. Doch auch die Versorgung bei Notfällen durch Rettungsdienste leidet immer mehr unter Privatisierung und Profitabsichten – zu Lasten derer, bei denen noch der Mensch im Vordergrund steht; und zu Lasten jedes einzelnen Bürgers.

Digitalisierung – wenn es nach mir geht, dann müsste man es zum Unwort der Jahre 2019 und 2020 küren. Eine Rede ohne dieses Wort wurde schon fast belächelt. Aber nur ein Bruchteil der Vortragenden wissen überhaupt was es bedeutet, etwas zu „digitalisieren“. Es geht nicht um das Einscannen eines Briefes. Vielmehr geht es darum, den Menschen in seiner täglichen Arbeit zu unterstützen – nie andersherum. Es braucht ein Recht auf digitale Teilhabe. Die neuen Technologien dürfen nicht dazu führen, dass viele Menschen von gesellschaftlichen Entwicklungen ausgeschlossen werden. Doch dürfen wir die Themen Gesundheit und Digitalpolitik keinesfalls abgekapselt voneinander betrachten, wir müssen uns die Synergieeffekte zu nutzen machen. In diesem Kontext wird häufig von „E-Health“ gesprochen. Und auch hier muss aufgezeigt werden, worum es nicht gehen soll: Ein Arztbesuch soll nicht zwangsläufig durch eine digitale Variante abgeschafft werden. Wir brauchen endlich einen elektronischen Medikationsplan, elektronische Notfalldaten und letztendlich auch eine digitale Patientenakte. Durch all das kann, vor allem in Notfallsituationen, noch zielgerichteter geholfen werden. Aber um dem Pflegenotstand zu entgegnen braucht es mehr – viel mehr. Pflegerinnen und Pfleger kann man nicht „nur“ mit mehr Gehalt zufriedenstellen. Wir müssen endlich begreifen, dass sie es sind, die unsere Gesellschaft am Laufen halten. Es bedarf endlich besserer Arbeitsbedingungen, mehr Flexibilität für die Dienstpläne und mehr Arbeit am Menschen statt zur Dokumentation. Auch hier kann die digitale Transformation unterstützen. Wir brauchen eine Pflegekammer – in Bayern und im Bund! Und auf kommunaler Ebene müssen wir flächendeckend Pflegestützpunkte schaffen.

Es gibt noch so viel mehr Themen, die man schnellstens in der nördlichen Oberpfalz anpacken muss. Ich nenne hier nur den (nicht vorhandenen) ÖPNV, die Hallen- und Freibäderproblematik oder die Leerstände in den Stadtkernen und Altstadtbereichen. All das sind Probleme, denen wir uns widmen müssen und denen ich mich widmen möchte.

Ein etwaiger Wahlkampf darf aber nicht nur der Sachpolitik dienen. Themen müssen von allen Bürgerinnen und Bürgern aufgenommen und adressiert werden. Es darf dann aber auch nicht alles im „Elfenbeinturm“ konzipiert und umgesetzt werden. Es braucht viel mehr Bürger*innenbeteiligung, weswegen ich die Idee der Bürgerräte nicht nur unterstütze, sondern aktiv nach vorne bringen möchte. 

Ich würde mich freuen, wenn ich mit Euch in den Austausch kommen und über meine Absichten und politischen Positionen diskutieren darf.

Bleibt gesund!

Liebe Grüße

Frag Benjamin!